Backstage: Küss mich, Ibiza

Aussicht auf Cala Benirrás / (Anm.: alte Ausgabe von „Hooked – Bis ans Ende der Welt“)

Ibiza ist eine ganz besondere Insel, mit der ich viele schöne Erinnerungen verbinde. Vor fünf Jahren war ich gemeinsam mit meinem Mann das erste Mal dort, letztes Jahr haben wir unsere Flitterwochen dort verbracht.
Bereits beim ersten Mal hat es mir dort so gut gefallen, dass ich unbedingt eines meiner Bücher dort spielen lassen wollte. So lag es nicht allzu fern, dass „Hooked – Bis ans Ende der Welt“ von einer Reise nach Ibiza handelt, die das Leben von Emily gewaltig auf den Kopf stellt.

In diesem Beitrag möchte ich euch die Insel mithilfe von Bildern und kleinen Textauszügen ein wenig näher bringen und euch zeigen, dass sich ein Besuch auch abseits der Partymeilen  lohnt 😉

Ich liebe es, an der Strandpromenade von Ibiza-Stadt bummeln zu gehen. Zwischen den unzähligen Gassen gibt es so viel zu entdecken und trotz der vielen Touri-Geschäfte lauert so mancher Schatz zwischen den spanischen Gemäuern. Direkt am Hafen befindet sich eine Eisdiele, die auch in „Küss mich, Pirat“ eine Rolle spielt.

Das Eiscafé in Ibiza-Stadt

»Habt ihr Lust auf ein Eis?«, fragte Mia und deutete auf ein Café, das im Straßenverkauf sowohl Eiskugeln in der Waffel als auch im Becher anbot.
»Eis geht immer!«, flötete ich begeistert und machte Anstalten, mich auf den Weg dahin zu begeben.
»Warte!«, sagte Lucy und hielt mich am Arm zurück. »Bringst du mir einen Milchshake mit? Ich schaue derweil mal, was eine Inselrundfahrt kostet.« Sie deutete auf die Boote, die am Ufer lagen und vor denen bunte Angebotstafeln aufgebaut waren.
»Klar. Erdbeere, wie gewohnt?«
»Yep! Danke, bist ein Schatz.« Und schon verschwand sie, während Mia und ich uns auf den Weg zum Café machten.
Die Schlange war schier endlos, doch als wir an der Reihe waren und die Bestellung aufgaben, kam Lucy freudestrahlend angerannt.
»Ihr glaubt nicht, was ich getan habe!«, rief sie aufgeregt und hüpfte vor uns auf der Stelle herum wie ein Kind.

Als wir in unseren Flitterwochen auf Ibiza waren, habe ich unterschwellig immer wieder Ausschau nach einem Piratenschiff gehalten, denn ich hatte ständig das Gefühl, dass Emily und ihre Mädels jeden Moment um die Ecke biegen würden. Nach Colin musste ich zum Glück nicht suchen, denn ich hatte stets meinen eigenen Piraten an meiner Seite ♥ Dem ist schließlich auch das tolle Schiff aufgefallen, das im Hafen von Ibiza-Stadt angelegt hatte. So ähnlich habe ich mir auch das Pseudo-Piratenschiff vorgestellt, auf dem Colin und Emily sich das erste Mal begegnen.

Im Hafen von Ibiza-Stadt

Erst jetzt fiel mir das Schiff auf, auf dessen Segel ein Totenkopf prangte. Wenn man das Piratenschiff genauer betrachtete, konnte man erkennen, dass es sich um ein dekoriertes motorbetriebenes Boot handelte und das hölzerne Steuerrad nur Zierde war. Trotzdem machte es definitiv etwas her. Die Kinder, die bereits an Bord waren, schienen ihren Spaß daran zu haben, herumzutoben. Zügig kamen auch wir an die Reihe. Offensichtlich waren wir die Letzten und ich warf einen Blick auf die Uhr. Wir waren fünf Minuten zu spät dran.

Während unseres ersten Urlaubs auf Ibiza haben wir an einer unheimlich spaßigen Jeep-Safari teilgenommen. Einer der Stops war in Cala Benirrás, einer Bucht mit wundervollem, klaren Wasser, wo wir die Möglichkeit hatten, baden zu gehen. Von dort aus kann man Can Bernat, den Finger Gottes sehen. Ein sehr eindrucksvoller Felsen im Meer, der seinem Namen alle Ehre macht.

Cala Benirrás

Ich sah mich um und stellte fest, dass ich im Paradies sein musste. Die Bucht war wunderschön. Das glasklare, türkisfarbene Wasser traf auf einen feinen, weißen Sandstrand. An den schloss ein Areal an, auf dem sich ein Gebäude mit angebauter, offener Strandbar befand, vor der runde Tische mit gemütlich wirkenden Korbstühlen den Gästen Platz boten. Fast alle Sitze waren bereits besetzt. Neben der Bar stand ein Grill, an dem sich mehrere Mitarbeiter zu schaffen machten.

Der Besuch in Cala Benirrás war für mich ein so bedeutsamer Teil unserer Reise, dass ich auch Jahre später noch gerne daran zurückdenke. Als ich die Idee für „Hooked – Bis ans Ende der Welt“ ausgearbeitet habe, stand für mich von vornherein fest, dass diese wundervolle Bucht ein fester Bestandteil des Buches werden muss.
Auch bei unserem zweiten Besuch haben wir die Jeep-Safari mitgemacht, denn ich musste einfach zu dem Ort zurückkehren, der für Emily und Colin so unsagbar wichtig ist ♥

Can Bernat, der „Finger Gottes“

»Was tun wir hier, Colin?«
Über uns leuchteten die Sterne und der Vollmond erstrahlte in seiner ganzen Pracht. Das Meer war ruhig und die kleinen Wellen sahen im Mondlicht aus wie unzählige, glitzernde Diamanten. Ein atemberaubender Anblick, der den Moment perfekt machte.
»Siehst du den Felsen dort hinten?«, fragte er und deutete auf ein Steingebilde, das in einiger Entfernung aus dem Wasser ragte. Durch das Licht wirkte es unheimlich.
Ich nickte.
»Viele sagen, dass er wie ein nach oben ragender Daumen aussieht. Die Einheimischen nennen ihn deswegen Can Bernat, den Finger Gottes.
»Okay. Und das hättest du mir nicht auch am Strand erzählen können, und riskierst stattdessen, dass mir wieder schlecht wird?«

An unserem letzten Abend auf Ibiza haben mein Pirat und ich einen abendlichen Strandspaziergang gemacht. Ich liebe das Gefühl, von sanften Wellen und Sand umgeben zu sein. Leider war es Ende September schon recht kühl.

Am Strand von Playa d’en Bossa

Ich liebte das Gefühl des Sandes zwischen meinen nackten Zehen.
Die Sandalen und die Handtasche schmiss ich achtlos auf den Boden und lief auf das Meer zu, dessen Oberfläche im hellen Mondschein glitzerte. Colin folgte mir und streifte sich ebenfalls die Schuhe ab.
»Was hast du vor?«, fragte er, als ich durch das flache Wasser tänzelte.
»Was glaubst du denn?«, sagte ich und zog meinen Fuß mit Schwung aus dem angenehm kühlen Nass, um ihn damit zu bespritzen.
»Hey!«, rief er und tat es mir gleich.
Lachend riss ich die Arme vors Gesicht und quietschte auf. »Das wirst du mir büßen!« Ich beugte mich runter und schleuderte ihm mit den Händen die nächste Ladung entgegen. Das ließ er sich nicht gefallen und kam auf mich zu.

Noch schöner als die Sonnenuntergänge sind die Sonnenaufgänge. Das Gefühl, morgens aufzuwachen und den Anbruch eines neuen, wundervollen Tages mitzuerleben, ist unbeschreiblich.

Sonnenaufgang in Playa d’en Bossa

Draußen wurde es allmählich hell und ich richtete mich auf. Am Horizont ging die Sonne langsam auf, was Motivation genug war, um aufzustehen. Ich streifte mein Kleid über und verzog missmutig das Gesicht, da es noch immer klamm war. Ich öffnete den Zugang zur Terrasse und tapste vorsichtig barfuß hinaus.
In San Antonio war es ruhig und eine angenehm kühle Brise wehte durch mein Haar. Ich trat an die Brüstung und legte die Hände darauf ab. Die Aussicht war atemberaubend. Kurz überlegte ich, Colin zu wecken, entschied mich jedoch dagegen. Wahrscheinlich hatte er dieses Spektakel schon oft genug bewundert.
Die Gegend war in einem intensiven Orangeton eingefärbt und der große Feuerball am Horizont bahnte sich seinen Weg hinter der bergigen Landschaft von Ibiza empor. Noch nie in meinem Leben hatte ich etwas Schöneres gesehen. Nur wenige Minuten später war die Sonne vollständig aufgegangen und verwandelte den Himmel in ein wundervolles Spiel aus diversen Farbtönen, die jeden Künstler vor Entzücken hätten jubeln lassen.

[Alle Zitate stammen aus „Hooked – Bis ans Ende der Welt“, erschienen beim Amrûn Verlag]